BredemeyerCompany

Heiner Müller
DIE SCHLACHT

Szenen aus Deutschland



In ihrer 15. Theaterproduktion macht die BredemeyerCompany das Publikum zu Voyeuren und lustvollen Mittätern an einem schaurig-blutigen Schauspiel von -spaßgesellschaftlich betrachtet- außergewöhnlichem Unterhaltungswert: Fünf kurze Szenen mit sechs Leichen von denen mindestens zwei vollkommen unschuldig sind.
In nahezu absurder Zuspitzung werden Menschen in (selbst-)mörderischen Entscheidungssituationen gezeigt, die sich einfacher Gut/Böse-Kategorisierungen entziehen. Es sind Szenen, die betroffen machen, die zur Diskussion über politische Moral und Ethik in Zeiten globalisierter Bedrohung (bzw. drohender Globalisierung?!) herausfordern.
Ob es die drei Soldaten vor Stalingrad sind, die in einem Akt von patriotischem Kannibalismus ihren Kameraden "für den Endsieg" opfern, oder der Familienvater, der Frau und Kind ermordet, um nach der Befreiung nicht "in der Schande leben" zu müssen - immer sind es die außergewöhnlich konsequenten Zuspitzungen, die uns in besonderer Weise provozieren, anregen und berühren.
Heiner Müllers Szenenfolge - angelehnt an Brechts "Furcht und Elend des dritten Reiches" - ist angesichts von Gewalt-Explosionen auf der ganzen Welt ein außerordentlich aktueller Theatertext über menschliche Verantwortung in politischen und geschichtlichen Prozessen. Und sie ist eigentlich überhaupt nicht komisch.

Es spielen: Frederike Nass, Astrid Pohland, Matthias Greupner und Raimund Wurzwallner. Regie: Bert Bredemeyer, Ausstattung: Paula Zeh, Mitarbeit: Silvia Rutkowski und Frederike Nass

"Vor der Schlacht, während der Schlacht und nach der Schlacht wird gelacht. Manege frei für die Komödianten und Artisten der deutschen Geschichte..." RadioKultur (SFB/ORB"Galerie des Theaters")

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